Kategorie: Angis Gedanken

  • Only Murders in the Building mit Christoph Waltz und Renée Zellweger in Staffel 5

    Es gibt Serien, die begleiten einen eine Zeit lang. Und dann gibt es Only Murders in the Building. Für mich ist diese Serie längst vieeeeeel mehr als ein witziger Krimi. Sie ist wie ein kleines Fenster in eine Welt, in der Charme, schräger Humor und Abgründe Hand in Hand gehen.

    Als ich den neuen Trailer zu Staffel 5 gesehen habe (hier auf Disney Deutschland auch auf Deutsch), war da sofort dieses vertraute Gefühl und gleichzeitig eine spürbare Schwere. Lester, der Portier, tot in einem Brunnen. Offiziell ein Unfall. Aber Charles, Oliver und Mabel glauben das natürlich nicht. Und ich auch nicht. Die Bilder sind düsterer, das Tempo wirkt schneller. Irgendwas hat sich verändert. Vielleicht ist es der Einfluss dieser neuen Figuren, vielleicht das Setting, das uns diesmal weit weg vom Arconia in die Unterwelt New Yorks führt.

    Und dann diese Besetzung. Christoph Waltz als exzentrischer Milliardär, Renée Zellweger mit einer Eleganz, die sofort Misstrauen weckt, Meryl Streep zurück in ihrer Rolle. Es ist ein Cast, der wie ein Versprechen wirkt. Ich musste den Trailer zweimal schauen, einfach um alle Gesichter, Blicke und winzigen Andeutungen aufzusaugen.

    Die Handlung scheint sich um mehr zu drehen als nur einen Mord. Da ist die Mafia, da sind alte Feindschaften, und irgendwo zwischen all dem ein abgetrennter Finger, der per Post eintrifft. Es ist grotesk und faszinierend zugleich. Und mitten in dieser Kulisse die drei ungleichen Ermittler, die schon längst zu einer Art Familie geworden sind. Zumindest für mich als Zuschauer.

    Am 9. September geht es los, drei Folgen gleich zum Start. Danach wöchentlich. Ich weiß, ich könnte mitreden, wenn ich jede Episode direkt schaue. Aber ich kenne mich: Ich werde warten, bis alles draußen ist. Und dann eine Nacht durchmachen, mit zu viel Kaffee und einer Decke, in der Hoffnung, dass die Auflösung alles erfüllt, was ich mir erhoffe.

  • Meine persönlichen TV Serien Tipps für 2025

    „Haben Serien eigentlich noch irgendwas Neues zu erzählen?“

    So mal ganz ehrlich. Hand aufs Herz?

    Diese Frage hat mich heuer 2025 ehrlich beschäftigt. Ich mein, wie oft kann man sich noch dieselben Muster anschauen? Familie gerät in kriminelle Machenschaften, irgendein Ermittler hat ein Trauma, dystopische Welt mit düsterem Filter. Es war irgendwie alles schon mal da. Und dann bin ich auf das Video von Serien Flash gestoßen. Eine Top 10 Liste der besten neuen Serien aus dem ersten Halbjahr. Und wow, da waren doch ein paar Perlen dabei, die mich aus meiner Serien-Müdigkeit geholt haben.

    Anfangen will ich mit The Studio. Seth Rogen leitet hier ein Filmstudio und versucht Hollywood irgendwie zu retten, dabei zerbröselt alles um ihn herum. Ich hab so gelacht, aber auch innerlich genickt. Diese Serie kennt die Abgründe des Systems nur zu gut. Satire trifft Wahrheit, pointiert und so herrlich bitter, dass ich nach jeder Folge fast applaudieren wollte.

    Adolescence war dagegen ein Schlag in die Magengrube. Ein 15-Jähriger wird des Mordes beschuldigt, jede Folge ein One-Take. Das fühlt sich nicht an wie Fernsehen, das fühlt sich an wie Echtzeit. Intensiv, beklemmend, und zutiefst menschlich. Der junge Schauspieler, Owen Cooper, liefert eine Leistung, die mich richtig mitgerissen hat.

    Dann kam Paradise. Ein Politthriller mit Sci-Fi-Twist, fast ein bisschen wie The Event, erinnert sich noch wer? Hier ist die Welt nicht mehr die, die wir kennen. Alles spielt sich in einem abgeschotteten System ab, wo nichts ist, wie es scheint. Besonders Sterling K. Brown bringt da eine Tiefe rein, die den Plot glaubwürdig verankert.

    Für emotionale Verwicklungen war The Waterfront mein Favorit. Dysfunktionale Familie, moralisch fragwürdige Entscheidungen und dieser Sog von Schuld und Loyalität. Ja, manchmal überzeichnet, aber auch genau das macht’s so süchtig.

    Und The Residence? Stilvoller Whodunit mit schwarzem Humor. Leider nur eine Staffel, aber vielleicht war das genau richtig so.

    Es ist also doch noch möglich: Serien, die überraschen, die fordern und dabei wahnsinnig unterhalten.

    Welche Serie hat euch zuletzt richtig berührt?

  • RIP Val Kilmer – Mein ganz persönlicher Abschied von Val Kilmer

    Heute Früh bin ich nichtsahnend durch meine Timeline gescrollt, ein bisserl müde, einen schwarzen Tee in der Hand und dann steht da auf Josh Brolins Insta post: Val Kilmer ist tot. OMG. Ich hab’s dreimal gelesen, bevor ich’s wirklich geglaubt hab. Val Kilmer. Tot. Mit nur 65 Jahren. An den Folgen einer Lungenentzündung. Oh Gottchen. Ich mein, wie kann das sein? Er war doch der coole Typ aus „Heat“, der charmante Gauner aus „The Saint“, mein heimlicher Lieblingsfilm, den ich mir früher heimlich auf VHS angeschaut hab, weil ihn sonst keiner mochte. Das macht wirklich traurig, Leute.

    „Heat“ war für mich so ein Film, der mich echt geprägt hat. Diese düstere Atmosphäre, die Musik, dieses Zusammenspiel von Al Pacino und Robert De Niro und mittendrin Val Kilmer als Chris Shiherlis. Diese eine Szene, wo er aus der Bank rennt, die Waffe in der Hand, Adrenalin pur. Ich war damals viel zu jung für so einen Film, aber ich hab ihn trotzdem geschaut. Immer wieder. Und jedes Mal war’s Kilmer, der mir im Gedächtnis geblieben ist. Diese Mischung aus Coolness und Traurigkeit in seinem Blick das konnte einfach keiner so wie er.

    Und dann war da „The Saint“. Ganz ehrlich, das ist vielleicht kein Meisterwerk, aber ich lieb den Film. Vielleicht grad deshalb. Weil Val darin alles gibt, sich durch gefühlt 20 Identitäten spielt, wie ein Chamäleon mit Humor. Ich weiß noch, wie ich ihn damals mit meiner Cousine geschaut hab, Popcorn, Cola, und wir haben danach stundenlang diskutiert, ob man sich jemals so gut verstecken könnte wie er im Film. Es war ein Guilty Pleasure. Aber eines mit Stil.

    Ich hab später erfahren, dass Kilmer mit 17 als jüngster Schauspieler überhaupt an die Juilliard School aufgenommen wurde. Wahnsinn eigentlich. Und wie er sich in Rollen hineingeworfen hat, war fast schon verrückt. Für „Tombstone“ hat er sich Eis ins Bett gelegt, um das Sterben echter spielen zu können. Wer macht denn sowas? Aber genau das hat ihn ausgemacht. Dieses kompromisslose Eintauchen. Diese Leidenschaft für die Kunst.

    Klar, irgendwann war’s stiller um ihn geworden. Der Krebs, die OPs, der Verlust seiner Stimme. Trotzdem hat er weitergemacht. 2021 kam dann die Doku „Val“, und ich weiß noch, wie schwer’s mir gefallen ist, ihn so zu sehen. Zerbrechlich, aber mit diesem unverkennbaren Glanz in den Augen. Sein Sohn hat für ihn gesprochen, aber man hat trotzdem gespürt: Das ist noch immer Val Kilmer. Der Kämpfer. Der Künstler.

    Ich glaub, es ist diese Mischung aus Talent, Tragik und Trotz, die ihn für viele so unvergesslich macht. Und auch wenn ich ihn nie persönlich gekannt hab, fühlt sich sein Tod an wie der Abschied von einem alten Bekannten. Von jemandem, der einen begleitet hat, ohne dass man’s so richtig gemerkt hat.

    Ich werd mir heut Abend „Heat“ anschauen. Und danach vielleicht „The Saint“. Einfach so. Zur Erinnerung. Und weil’s weh tut, aber auch gut tut, sich zu erinnern. Mach’s gut!

  • Wo sind die starken Männer hin? Hollywood macht das mit Absicht!

    Es war an einem Abend wie andere auch, ich war vielleicht vierzehn (so um den Dreh), als mein Vater zum ersten Mal „Der Pate“ mit mir geschaut hat. Wir haben damals noch einen alten Röhrenfernseher gehabt und das Bild war mehr als nur grottig, aber irgendwas an Michael Corleone hat mich gepackt. Diese Ruhe, die er ausgestrahlt hat. Die Art, wie er die Dinge geregelt hat, ohne viel Geschwafel. Ich hab nix verstanden von Mafia oder Machtspielen, aber ich hab gespürt: das ist ein Mann, wie man einer sein möchte. Schon damals hat das Klick gemacht.

    Aber jetzt? Jetzt schau ich mir manchmal neue Filme an und frag mich: was ist eigentlich hier passiert? Bzw was hat Hollywood hier verbrochen?

    Wenn ich heut ins Kino geh, seh ich entweder Männer, die wie überdrehte Teenager wirken, oder komplett gebrochene Figuren, die mit sich selbst nicht klar kommen. Ryan Gosling als Ken? Sorry, aber das war eher Clown-Nummer als Männlichkeit. Und Thor, einst ein Donnergott, is heut nur noch eine Witzfigur. Sogar Legenden wie Indiana Jones oder Luke Skywalker wurden in den neuen Filmen zu traurigen Schatten ihrer selbst gemacht. Was soll das?

    Ich hab das Gefühl, Hollywood will uns Männern nix mehr geben, woran wir uns orientieren können. Alles soll „relatable“ sein, verletzlich, sensibel und ja nix zu dominant. Aber genau das ist doch das Problem. Wir wollen nicht jemanden sehen, der genauso hilflos ist wie wir. Wir wollen jemanden sehen, der uns zeigt, wie man da rauskommt.

    Deshalb greif ich lieber zu alten Klassikern. James Bond, wie er lässig in sein Auto steigt, den Bösewicht überlistet und dabei noch einen Martini bestellt, als wär’s das Normalste der Welt. Oder Rocky, der sich mit rohen Eiern und Schweiß seinen Weg nach oben kämpft. Diese Typen hatten was, das man heut kaum noch sieht: Haltung, Disziplin und einfach. Einfach nur Klasse.

    Und ja, man kann sagen: das sind nur Filme. Aber für viele von uns und da nehm ich mich nicht aus, waren das die einzigen Vorbilder. Viele Männer meiner Generation sind ohne Väter aufgewachsen oder mit Vätern, die selbst nicht wussten, was es heißt, ein Mann zu sein. Filme waren unsere Schule. Rocky war unser Coach. Vito Corleone unser Lehrer für Haltung. Bond unser Stilberater.

    Ich glaub auch, dass Social Media viel kaputt gemacht hat. Früher hatten Schauspieler eine Aura. Heute sieht man sie bei TikTok beim Zahnarzt oder wie sie in Jogginghose über den Supermarkt wanken. Die Mystik ist weg. Und mit ihr auch ein Stück von dem, was uns inspiriert hat.

    Aber jammern hilft nix. Wir müssen uns selbst die Art von Männern schaffen, die wir sehen wollen. Kompetenz aufbauen, Stil entwickeln, Verantwortung übernehmen. Nicht auf Likes warten, sondern handeln. Und vor allem: aufhören uns für unsere Männlichkeit zu schämen.

    Ich schau weiterhin „The Godfather“, trink ab und zu einen Whiskey (obwohl ich den eigentlich gar nicht mag) und trag lieber ein Hemd als ein Hoodie. Nicht weil ich altmodisch bin, sondern weil ich mich damit wohler fühl. Und ganz ehrlich: lieber ein bisschen old school als gar kein Stil. Mich würd interessieren: Welche Filmfigur hat dich geprägt? Wer war für dich ein Vorbild, als du’s am meisten gebraucht hast?

  • Bibis / Biancas Comeback: Neuer Look oder alte Masche?

    Wieder mal so ein Moment, da möchte man einfach die Augen rollen. Bibis Rückkehr gehört definitiv dazu. Ein Comeback nach dem anderen als wären wir in einer schlechten Soap. Und trotzdem: Es gibt da diesen einen klitzekleinen Punkt, an dem ich innehalten musste. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gefragt habe, ob hinter all dem Glitzer, den bunten Instagram-Posts und diesen ewigen Veränderungen doch ein Funken Ehrlichkeit steckt. Ich glaub’s halt nicht. (mehr …)