Kategorie: Angis Gedanken

  • RIP Val Kilmer – Mein ganz persönlicher Abschied von Val Kilmer

    Heute Früh bin ich nichtsahnend durch meine Timeline gescrollt, ein bisserl müde, einen schwarzen Tee in der Hand und dann steht da auf Josh Brolins Insta post: Val Kilmer ist tot. OMG. Ich hab’s dreimal gelesen, bevor ich’s wirklich geglaubt hab. Val Kilmer. Tot. Mit nur 65 Jahren. An den Folgen einer Lungenentzündung. Oh Gottchen. Ich mein, wie kann das sein? Er war doch der coole Typ aus „Heat“, der charmante Gauner aus „The Saint“, mein heimlicher Lieblingsfilm, den ich mir früher heimlich auf VHS angeschaut hab, weil ihn sonst keiner mochte. Das macht wirklich traurig, Leute.

    „Heat“ war für mich so ein Film, der mich echt geprägt hat. Diese düstere Atmosphäre, die Musik, dieses Zusammenspiel von Al Pacino und Robert De Niro und mittendrin Val Kilmer als Chris Shiherlis. Diese eine Szene, wo er aus der Bank rennt, die Waffe in der Hand, Adrenalin pur. Ich war damals viel zu jung für so einen Film, aber ich hab ihn trotzdem geschaut. Immer wieder. Und jedes Mal war’s Kilmer, der mir im Gedächtnis geblieben ist. Diese Mischung aus Coolness und Traurigkeit in seinem Blick das konnte einfach keiner so wie er.

    Und dann war da „The Saint“. Ganz ehrlich, das ist vielleicht kein Meisterwerk, aber ich lieb den Film. Vielleicht grad deshalb. Weil Val darin alles gibt, sich durch gefühlt 20 Identitäten spielt, wie ein Chamäleon mit Humor. Ich weiß noch, wie ich ihn damals mit meiner Cousine geschaut hab, Popcorn, Cola, und wir haben danach stundenlang diskutiert, ob man sich jemals so gut verstecken könnte wie er im Film. Es war ein Guilty Pleasure. Aber eines mit Stil.

    Ich hab später erfahren, dass Kilmer mit 17 als jüngster Schauspieler überhaupt an die Juilliard School aufgenommen wurde. Wahnsinn eigentlich. Und wie er sich in Rollen hineingeworfen hat, war fast schon verrückt. Für „Tombstone“ hat er sich Eis ins Bett gelegt, um das Sterben echter spielen zu können. Wer macht denn sowas? Aber genau das hat ihn ausgemacht. Dieses kompromisslose Eintauchen. Diese Leidenschaft für die Kunst.

    Klar, irgendwann war’s stiller um ihn geworden. Der Krebs, die OPs, der Verlust seiner Stimme. Trotzdem hat er weitergemacht. 2021 kam dann die Doku „Val“, und ich weiß noch, wie schwer’s mir gefallen ist, ihn so zu sehen. Zerbrechlich, aber mit diesem unverkennbaren Glanz in den Augen. Sein Sohn hat für ihn gesprochen, aber man hat trotzdem gespürt: Das ist noch immer Val Kilmer. Der Kämpfer. Der Künstler.

    Ich glaub, es ist diese Mischung aus Talent, Tragik und Trotz, die ihn für viele so unvergesslich macht. Und auch wenn ich ihn nie persönlich gekannt hab, fühlt sich sein Tod an wie der Abschied von einem alten Bekannten. Von jemandem, der einen begleitet hat, ohne dass man’s so richtig gemerkt hat.

    Ich werd mir heut Abend „Heat“ anschauen. Und danach vielleicht „The Saint“. Einfach so. Zur Erinnerung. Und weil’s weh tut, aber auch gut tut, sich zu erinnern. Mach’s gut!

  • Wo sind die starken Männer hin? Hollywood macht das mit Absicht!

    Es war an einem Abend wie andere auch, ich war vielleicht vierzehn (so um den Dreh), als mein Vater zum ersten Mal „Der Pate“ mit mir geschaut hat. Wir haben damals noch einen alten Röhrenfernseher gehabt und das Bild war mehr als nur grottig, aber irgendwas an Michael Corleone hat mich gepackt. Diese Ruhe, die er ausgestrahlt hat. Die Art, wie er die Dinge geregelt hat, ohne viel Geschwafel. Ich hab nix verstanden von Mafia oder Machtspielen, aber ich hab gespürt: das ist ein Mann, wie man einer sein möchte. Schon damals hat das Klick gemacht.

    Aber jetzt? Jetzt schau ich mir manchmal neue Filme an und frag mich: was ist eigentlich hier passiert? Bzw was hat Hollywood hier verbrochen?

    Wenn ich heut ins Kino geh, seh ich entweder Männer, die wie überdrehte Teenager wirken, oder komplett gebrochene Figuren, die mit sich selbst nicht klar kommen. Ryan Gosling als Ken? Sorry, aber das war eher Clown-Nummer als Männlichkeit. Und Thor, einst ein Donnergott, is heut nur noch eine Witzfigur. Sogar Legenden wie Indiana Jones oder Luke Skywalker wurden in den neuen Filmen zu traurigen Schatten ihrer selbst gemacht. Was soll das?

    Ich hab das Gefühl, Hollywood will uns Männern nix mehr geben, woran wir uns orientieren können. Alles soll „relatable“ sein, verletzlich, sensibel und ja nix zu dominant. Aber genau das ist doch das Problem. Wir wollen nicht jemanden sehen, der genauso hilflos ist wie wir. Wir wollen jemanden sehen, der uns zeigt, wie man da rauskommt.

    Deshalb greif ich lieber zu alten Klassikern. James Bond, wie er lässig in sein Auto steigt, den Bösewicht überlistet und dabei noch einen Martini bestellt, als wär’s das Normalste der Welt. Oder Rocky, der sich mit rohen Eiern und Schweiß seinen Weg nach oben kämpft. Diese Typen hatten was, das man heut kaum noch sieht: Haltung, Disziplin und einfach. Einfach nur Klasse.

    Und ja, man kann sagen: das sind nur Filme. Aber für viele von uns und da nehm ich mich nicht aus, waren das die einzigen Vorbilder. Viele Männer meiner Generation sind ohne Väter aufgewachsen oder mit Vätern, die selbst nicht wussten, was es heißt, ein Mann zu sein. Filme waren unsere Schule. Rocky war unser Coach. Vito Corleone unser Lehrer für Haltung. Bond unser Stilberater.

    Ich glaub auch, dass Social Media viel kaputt gemacht hat. Früher hatten Schauspieler eine Aura. Heute sieht man sie bei TikTok beim Zahnarzt oder wie sie in Jogginghose über den Supermarkt wanken. Die Mystik ist weg. Und mit ihr auch ein Stück von dem, was uns inspiriert hat.

    Aber jammern hilft nix. Wir müssen uns selbst die Art von Männern schaffen, die wir sehen wollen. Kompetenz aufbauen, Stil entwickeln, Verantwortung übernehmen. Nicht auf Likes warten, sondern handeln. Und vor allem: aufhören uns für unsere Männlichkeit zu schämen.

    Ich schau weiterhin „The Godfather“, trink ab und zu einen Whiskey (obwohl ich den eigentlich gar nicht mag) und trag lieber ein Hemd als ein Hoodie. Nicht weil ich altmodisch bin, sondern weil ich mich damit wohler fühl. Und ganz ehrlich: lieber ein bisschen old school als gar kein Stil. Mich würd interessieren: Welche Filmfigur hat dich geprägt? Wer war für dich ein Vorbild, als du’s am meisten gebraucht hast?

  • Bibis / Biancas Comeback: Neuer Look oder alte Masche?

    Wieder mal so ein Moment, da möchte man einfach die Augen rollen. Bibis Rückkehr gehört definitiv dazu. Ein Comeback nach dem anderen als wären wir in einer schlechten Soap. Und trotzdem: Es gibt da diesen einen klitzekleinen Punkt, an dem ich innehalten musste. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich gefragt habe, ob hinter all dem Glitzer, den bunten Instagram-Posts und diesen ewigen Veränderungen doch ein Funken Ehrlichkeit steckt. Ich glaub’s halt nicht. (mehr …)

  • Was macht man mit 48? Genau! Man startet einen Blog!

    Hast du dir jemals gedacht: „Ich probier jetzt einfach mal was Neues“? So ähnliches ist mir die Tage durch den Kopf geschossen, hihi. Genau das mache ich gerade mit einem Blog hier. Mein Name ist Angelika, ich bin 48 Jahre alt, Mama von zwei großartigen Kindern und, naja, irgendwie bin ich gerade dabei, ein komplett neues Kapitel aufzuschlagen. Ehrlich gesagt, ich hab’ schon ewig mit dem Gedanken gespielt, einen Blog zu starten. Auch wenn es jetzt nicht mehr soooo cool ist. Aber jetzt, wo die Domain koehlermann.at frei war, konnte ich irgednwie einfach nicht widerstehen. Die Domain war sonst immer vergeben, auf einmal war sie frei. mM ein Zeichen. Und mit ein bissl Hilfe von meiner Freundin (sie ist so ein Technik-Genie!) ist die Seite jetzt tatsächlich online. Und hier bin ich, schreibe meinen allerersten Beitrag. Das fühlt sich irgendwie surreal an. (mehr …)