Kategorie: Angis Gedanken

  • Kein iOS für Apple Watch 9? Was für ein Irrsinn!

    Booooah.. ich war echt schon dabei mich übelst aufzupuddeln. Ich hab mir die WWDC angesehen und war nach den ersten Meldungen wirklich auf 180. Da sitzt man gemütlich vor dem Stream, freut sich auf neue Features und dann wird einem ersthaft verklickert, dass meine Apple Watch Series 9 angeblich kein neues Update mehr bekommen soll. Ernsthaft?

    Für ein paar Minuten war ich richtig sauer. Die Uhr ist ja nicht uralt. Ganz im Gegenteil. Ich verwende sie täglich, tracke meine Spaziergänge, meine Workouts und schau gefühlt hundertmal am Tag auf das Display. Und dann soll so ein Gerät einfach aussortiert werden? Das hat für mich überhaupt keinen Sinn ergeben.

    Denn noch absurder wurde die Sache, als man genauer hingeschaut hat. Die Series 9 verwendet praktisch dieselbe technische Basis wie andere Modelle, die weiterhin unterstützt werden. Auf jeden Fall hat das Ganze einen ziemlich schalen Beigeschmack hinterlassen.

    Zum Glück kam wenig später die Entwarnung. Die fehlende Unterstützung war offenbar nur ein Fehler in der ursprünglichen Liste. Die Series 9 bekommt das Update jetzt doch. Richtig! Eigentlich hätte ich mich darüber freuen sollen.

    Aber ja, genau da liegt mein Problem. Dieses Hin und Her zeigt für mich wieder einmal, wie seltsam Apple mittlerweile mit seinen Geräten umgeht. Nicht falsch verstehen, ich mag viele Produkte des Unternehmens und werde meine Watch weiter tragen. Trotzdem nervt mich diese ständige Unsicherheit gewaltig.

    Ich hoffe wirklich, dass Apple wieder mehr Wert auf klare Kommunikation legt. Habt ihr euch bei solchen Ankündigungen auch schon einmal komplett veräppelt gefühlt?

  • Alysa Liu hat meine Sicht auf Erfolg verändert

    Hier und da stolpert man zufällig über eine Person im Internet und merkt sofort, irgendwas ist da anders. Genau so ist es mir mit Alysa Liu gegangen. Ich hab eigentlich nur ein kurzes Video über Eiskunstlauf anschauen wollen und plötzlich war ich komplett fasziniert von ihr. Nicht einmal nur wegen der Medaillen oder ihrer Technik. Sondern wegen dieser lockeren Art, wie sie durchs Leben wirkt.

    Was mich echt überrascht hat, sie scheint überhaupt keinen Druck auszustrahlen. Während andere Athleten oft wirken, als würden sie unter enormer Spannung stehen, redet Alysa darüber, dass sie das Kämpfen liebt, weil es sie lebendig fühlen lässt. Genau dieser Gedanke hat sich bei mir eingebrannt.

    Ihre Geschichte ist sowieso verrückt. Mit 13 schon US Meisterin, dann Olympia Bronze und danach einfach Rücktritt wegen Burnout. Viele hätten wahrscheinlich trotzdem weitergemacht, nur wegen Ruhm oder Erwartungen. Aber sie hat aufgehört, weil sie ihr eigenes Leben zurück wollte. Das find ich irgendwie mutig. Und ehrlich gesagt auch ziemlich selten geworden.

    Besonders hängen geblieben ist bei mir, wie sie später zurück aufs Eis gekommen ist. Nicht aus Zwang, sondern weil sie plötzlich wieder Freude gespürt hat. Dieses Gefühl kennt man ja selber auch ein bissl. Manchmal verliert man komplett die Begeisterung für etwas und erst mit Abstand merkt man, was einem eigentlich fehlt.

    Ich glaub genau deswegen feiern so viele Leute sie. Sie wirkt nicht geschniegelt oder künstlich perfekt. Eher wie jemand, der einfach genau das macht, worauf sie Lust hat. Ihre Interviews sind oft chaotisch, lustig und total spontan. Das tut irgendwie gut zum Anschauen. Man merkt sofort, da steckt kein einstudiertes Medien Training dahinter.

    Und vielleicht ist genau das der eigentliche Grund, warum mich ihre Geschichte nicht mehr loslässt. Sie erinnert mich daran, dass Erfolg allein oft garnicht reicht. Wenn man dabei kaputtgeht oder sich selber verliert, bringt einem die ganze Anerkennung am Ende eh wenig. Alysa wirkt dagegen einfach glücklich. Und komischerweise macht sie genau das so besonders.

    Am Ende hab ich nach dem Video länger über mein eigenes Leben nachgedacht, als ich erwartet hätte. Passiert auch nicht jeden Tag.

  • Midlife-Crisis oder Abenteuerlust? Macht es Sinn nach Australien auszuwandern?

    Ich geb’s ehrlich zu, liebe Leut, in letzter Zeit ertappe ich mich immer öfter bei dem Gedanken, ob es nicht spannend wäre, mein ganzes Leben mal so richtig auf den Kopf zu stellen und nach Australien zu ziehen. Vielleicht ist es auch die viele Zeit, die ich die Tage zum Nachdenken habe, seitdem ich Urlaub auf Korfu mache. Wer weiss. Aber ja, nach über 30 Jahren in Österreich kenne ich hier gefühlt jede Ecke, jede Gewohnheit, jede Sicherheit. It’s BORING, wenn ich das mal so sagen darf. Und trotzdem, irgendwo in mir wächst dieses Bedürfnis, noch einmal etwas Neues zu wagen. Wahrscheinlich denkt sich der eine oder andere, das klingt alles nach einer Midlife-Crisis, aber mM eigentlich fühlt es sich mehr nach einer Einladung zum Abenteuer an.

    Vor kurzem habe ich ein YouTube-Video von Chris gesehen, der bereits seit 15 Jahren in Australien lebt. Seine Erfahrungen sind faszinierend, weil er nicht nur die schönen Seiten zeigt, sondern auch die Herausforderungen. Genau das hat mich gepackt. Es ist nicht dieses kitschige „alles ist besser dort drüben“, sondern eine ehrliche Erzählung über Chancen und Stolpersteine. Für alle, die ähnliche Gedanken haben, kann ich seinen Kanal echt empfehlen. Grad auch was die Jobsuche in Australien angeht.

    Wenn ich an Australien denke, fallen mir sofort ein paar große Pluspunkte ein. Da ist natürlich die Natur, die Weite, die Strände und die Vielfalt an Landschaften, die wir in Österreich in dieser Form nicht haben. Allein der Gedanke, im Winter in Wien in der Kälte zu stehen, während man in Sydney im Dezember am Strand liegt, macht mich jedes Mal aufs neue fast ein bisschen eifersüchtig auf das Leben dort. Auch das Gefühl, in einem Land zu leben, das viel Platz bietet und weniger eng wirkt, reizt mich sehr.

    Natürlich gibt es auch Schattenseiten. So wie halt immer im Leben. Eine der größten Sorgen, die mich umtreibt, sind die Immobilienpreise. Laut einem Reuters-Artikel sind die medianen Preise für Häuser in Australien von März 2020 bis Oktober 2024 um satte 54 Prozent gestiegen. Yapp, um die Hälfte mehr und das in nur 4 Jahren. Das ist wirklich mehr als nur verrückt. Vor allem, wenn man das mit Österreich vergleicht, wo die Preise heuer nur um durchschnittlich 0,3 Prozent im ersten Halbjahr gestiegen sind und im zweiten Quartal sogar leicht gefallen. Laut Raiffeisen Research (hier das PDF) ist die Lage hierzulande also wesentlich entspannter. Auch bei den Zinsen sind wir in Österreich klar im Vorteil, denn ein Kredit für ein Haus ist hier noch relativ leistbar. Außerdem gibt es auch Wohnbauförderung in Österreich, auch ein dickes Plus. In Australien hingegen treiben niedrige Zinsen und gleichzeitig ein knappes Angebot die Preise immer weiter nach oben. Das macht mir schon Bauchweh, wenn ich ehrlich bin. Auch einen spannend Artikel zu der Situation in Australien gibt es hier auf ABC zum nachlesen.

    Trotzdem bleibt dieser Drang nach Veränderung. Und wenn ich mir meine Fotos von meiner dreiwöchigen Reise 2024 nach Down Under anschaue, weiß ich, warum.

    Die St. Mary’s Cathedral in Sydney, eingebettet zwischen Hochhäusern und grünen Parks, hat mich damals mit ihrer Mischung aus Tradition und Moderne beeindruckt. Dann dieses Bild vom Opernhaus und der Harbour Bridge, wo ich minutenlang einfach nur den Himmel und das glitzernde Wasser beobachtet habe. Das Queen Victoria Building mit seiner prunkvollen Fassade, mitten im Trubel der Stadt, war für mich ein perfektes Beispiel, wie Geschichte und Gegenwart verschmelzen. Und natürlich Bondi Beach, wo das Leben einfach leichter wirkt, wenn man den Surfern zusieht oder im Gras liegt.

    Vielleicht ziehe ich nie wirklich nach Australien, aber allein die Idee lässt mich aufblühen. Und vielleicht ist das schon der erste Schritt in eine Richtung, die ich noch nicht kenne.

    Erstmal mach ich meinen 10 tätigen Detox hier auf Korfu fertig. Aber ich wollt das mal niederschreiben, was mir so auf der Seele brennt. Das hilft oft sehr. To be conutinued…

  • Mein letzter Post für die nächsten 10 Tage (Mein digitaler Detox!)

    Zwar ist mein letzter Ausflug nicht allzulange her, aber ich war wieder kribbelig. Heute habe ich es endlich getan. Sachen gepackt. Jetzt bin ich auf Korfu angekommen und ich sags euch, ohne Scheiss, schon die ersten Minuten haben sich angefühlt wie ein kleines Wunder.

    Die Anreise war, ehrlich gesagt, anstrengend, aber das war mir plötzlich egal, als ich das erste Mal die Aussicht von meinem Balkon gesehen habe. Vor mir breitet sich eine weite Bucht aus, eingerahmt von sattgrünen Hügeln und Pinien. Kleine Boote dümpeln ganz entspannt im türkisblauen Wasser, und über allem liegt dieses besondere Licht, das man nur am Mittelmeer findet.

    Und dann, am Abend, dieser Sonnenuntergang. Der Himmel hat geglüht in allen möglichen Farbtönen, von kräftigem Orange bis hin zu zartem Rosa. Ich habe einfach nur dagestanden und geschaut, wie die Sonne langsam hinter den Bergen verschwunden ist. Es war einer dieser Momente, in denen man nichts sagen muss, weil sowieso alles perfekt ist.

    Natürlich konnte ich es nicht lassen, ein paar Fotos zu machen. Eigentlich wollte ich ja einen richtigen Digital Detox machen, zehn Tage ohne Handy, ohne Social Media, ohne ständiges Scrollen. Aber wenn es so schön ist wie hier, dann drückt man halt mal ein Auge zu. Mehr Fotos von diesem ersten Tag habe ich übrigens auf meiner Facebook-Seite hochgeladen, für alle, die ein bissl mehr Meer brauchen.

    Heute Nachmittag bin ich auch direkt ans Wasser gegangen. Ganz nah am Ufer, wo man die Steine unter der klaren Wasseroberfläche erkennen kann, habe ich mich einfach hingesetzt und die Sonne genossen. Dieses Glitzern, dieses Blau, es ist fast hypnotisch.

    Jetzt freue ich mich auf die nächsten Tage: viel Natur, gutes Essen und endlich wieder einmal zwölf Stunden Schlaf am Stück. Keine Termine, kein Stress, kein Handy (na ja, fast). Ich melde mich dann irgendwann wieder, wenn die Welt hier draußen weniger schön ist. Aber bis dahin: über und out.

  • Hinter den Haribo Goldbären steckt mehr Drama als gedacht!

    Manchmal glaubt man, dass Dinge einfach so da sind. Naja, nicht wirklich. aber dann doch irgendwie schon. Ihr versteht was ich meinte, oder? Haribo zum Beispiel. Für mich waren die Goldbären immer selbstverständlich, ein Teil meiner Kindheit, fast schon ein Stück Kultur. Aber erst als ich ein Video über die Geschichte des Unternehmens gesehen habe, ist mir klar geworden, wie viel Drama, Zufall und auch Tragik in diesen bunten Tütchen steckt. Und wer mich kennt, weiss, dass ich so Geschichten wirklich liebe. Grad neulich hat mich die Geschichte rund um die Jeans fasziniert, aber das ist ein anderes Thema 😀

    Alles beginnt 1920 in einer Waschküche in Bonn. Ein Mann, ein Kupferkessel, ein Sack Zucker. Hans Riegel, der Gründer, legt den Grundstein für etwas, das Generationen prägen sollte. Aus dem Namen Hans Riegel Bonn wird kurzerhand Haribo. Zwei Jahre später erfindet er den Tanzbären, den Vorgänger des Goldbären, und plötzlich ist eine Idee geboren, die weit über das hinausgeht, was er wohl je geahnt hat.

    Doch die Geschichte bleibt nicht idyllisch. Die Firma übersteht Kriege, Intrigen innerhalb der Familie, und immer wieder geht es um Macht, um Nachfolge, um die Frage, wer die Kontrolle über dieses Imperium hat. Besonders beeindruckt (und auch irritiert) hat mich die Rolle von Hans Riegel junior, dem Patriarchen, der fast alles allein entschied. Sein Leben war Haribo, aber er hinterließ ein Unternehmen, das nach seinem Tod ins Wanken geriet.

    Dann kamen Skandale über Gelatine, Produktionsbedingungen und eine missglückte Zucker-Reduktion. Plötzlich wirkte die Welt der bunten Bären gar nicht mehr so unschuldig. Und trotzdem, trotz all dieser Krisen, schafft Haribo immer wieder die Wende. Heute produzieren sie in über 16 Ländern und exportieren in mehr als 120 Staaten. Eine unfassbare Erfolgsgeschichte – doch eine, die ohne all die Konflikte und Rückschläge nie so intensiv wäre.

    Mir wurde beim Schauen bewusst: hinter jeder simplen Idee steckt ein Universum aus Menschen, Fehlern, Visionen und Kämpfen. Ein Gummibärchen ist eben nicht nur ein Gummibärchen.