Wo sind die starken Männer hin? Hollywood macht das mit Absicht!

Es war an einem Abend wie andere auch, ich war vielleicht vierzehn (so um den Dreh), als mein Vater zum ersten Mal „Der Pate“ mit mir geschaut hat. Wir haben damals noch einen alten Röhrenfernseher gehabt und das Bild war mehr als nur grottig, aber irgendwas an Michael Corleone hat mich gepackt. Diese Ruhe, die er ausgestrahlt hat. Die Art, wie er die Dinge geregelt hat, ohne viel Geschwafel. Ich hab nix verstanden von Mafia oder Machtspielen, aber ich hab gespürt: das ist ein Mann, wie man einer sein möchte. Schon damals hat das Klick gemacht.

Aber jetzt? Jetzt schau ich mir manchmal neue Filme an und frag mich: was ist eigentlich hier passiert? Bzw was hat Hollywood hier verbrochen?

Wenn ich heut ins Kino geh, seh ich entweder Männer, die wie überdrehte Teenager wirken, oder komplett gebrochene Figuren, die mit sich selbst nicht klar kommen. Ryan Gosling als Ken? Sorry, aber das war eher Clown-Nummer als Männlichkeit. Und Thor, einst ein Donnergott, is heut nur noch eine Witzfigur. Sogar Legenden wie Indiana Jones oder Luke Skywalker wurden in den neuen Filmen zu traurigen Schatten ihrer selbst gemacht. Was soll das?

Ich hab das Gefühl, Hollywood will uns Männern nix mehr geben, woran wir uns orientieren können. Alles soll „relatable“ sein, verletzlich, sensibel und ja nix zu dominant. Aber genau das ist doch das Problem. Wir wollen nicht jemanden sehen, der genauso hilflos ist wie wir. Wir wollen jemanden sehen, der uns zeigt, wie man da rauskommt.

Deshalb greif ich lieber zu alten Klassikern. James Bond, wie er lässig in sein Auto steigt, den Bösewicht überlistet und dabei noch einen Martini bestellt, als wär’s das Normalste der Welt. Oder Rocky, der sich mit rohen Eiern und Schweiß seinen Weg nach oben kämpft. Diese Typen hatten was, das man heut kaum noch sieht: Haltung, Disziplin und einfach. Einfach nur Klasse.

Und ja, man kann sagen: das sind nur Filme. Aber für viele von uns und da nehm ich mich nicht aus, waren das die einzigen Vorbilder. Viele Männer meiner Generation sind ohne Väter aufgewachsen oder mit Vätern, die selbst nicht wussten, was es heißt, ein Mann zu sein. Filme waren unsere Schule. Rocky war unser Coach. Vito Corleone unser Lehrer für Haltung. Bond unser Stilberater.

Ich glaub auch, dass Social Media viel kaputt gemacht hat. Früher hatten Schauspieler eine Aura. Heute sieht man sie bei TikTok beim Zahnarzt oder wie sie in Jogginghose über den Supermarkt wanken. Die Mystik ist weg. Und mit ihr auch ein Stück von dem, was uns inspiriert hat.

Aber jammern hilft nix. Wir müssen uns selbst die Art von Männern schaffen, die wir sehen wollen. Kompetenz aufbauen, Stil entwickeln, Verantwortung übernehmen. Nicht auf Likes warten, sondern handeln. Und vor allem: aufhören uns für unsere Männlichkeit zu schämen.

Ich schau weiterhin „The Godfather“, trink ab und zu einen Whiskey (obwohl ich den eigentlich gar nicht mag) und trag lieber ein Hemd als ein Hoodie. Nicht weil ich altmodisch bin, sondern weil ich mich damit wohler fühl. Und ganz ehrlich: lieber ein bisschen old school als gar kein Stil. Mich würd interessieren: Welche Filmfigur hat dich geprägt? Wer war für dich ein Vorbild, als du’s am meisten gebraucht hast?